Das Bullseye-Framework

Welche sind die besten Growth Hacks, die die Nadel tatsächlich bewegen? Die Liste der Growth Hacks und Marketing-Channels ist mittlerweile unendlich lang. Um herauszufinden, welche Growth Hacks wahrscheinlich am besten funktionieren, gibt es das sogenannte Bulls-Eye-Framework von Gabriel Weinberg, Gründer von DuckDuckGo und Co-Autor des Buches „Traction: A Startup Guide to Getting Customers“.

Bulls Eye Framework

In das dreistufige Bulls-Eye-Framework lassen sich alle Ideen und Growth Hacks einordnen. Der allererste Schritt ist eine Brainstorming Session, in der alle einzelnen Traction-Channels aufgelistet und in den äußersten Ring eingeordnet werden. Vom Messebesuch über das Schalten von Fernsehwerbung im Nischen-Kanal XY bis hin zu einer Sticker-Kampagne in der Einkaufsstraße. Wirklich alles, unabhängig davon, ob Online- oder Offline-Werbung.

Der nächste Schritt ist, die womöglich besten Traction-Channels aus dem äußersten Ring in den mittleren Ring zu bewegen. Diese werden ausgewählt auf Basis von Erfahrungen des Unternehmens in der Vergangenheit oder auch Erfahrungen des Growth Hackers aus anderen Projekten. Wenn möglich, können kurze Tests gefahren werden, um den Nutzen des Channels direkt auszuprobieren. So erhält man schon eine recht valide Priorisierung.

Bevor es dann wirklich losgeht, müssen jetzt maximal drei Channels in den inneren Ring, das Bulls-Eye, bewegt werden. Dazu sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Was kostet mich ein Neukunde, den ich über diesen Channel gewinnen möchte?
  2. Wie viele Kunden kann ich über diesen Channel maximal erreichen?
  3. Sind die Kunden, die ich über diesen Channel gewinnen kann, wirklich die richtigen Kunden?

Natürlich wollen wir Channels finden, die möglichst günstig und möglichst viele der richtigen Kunden finden. Dies ist der Growth Hacking Style.

Warum betreibt man diesen ganzen Aufwand im Vorfeld? Dazu ein Beispiel. Die meisten CEOs glauben, dass Messebesuche immer noch supereffektiv sind. „Ohne geht´s doch nicht und die Konkurrenten sind doch auch alle da.“ So richtig messen kann man den ROI eines Messestandes allerdings nicht, oder? Selbst die Leads und die Visitenkarten, die auf Messen eingesammelt werden, kommen im Nachgang meistens in die gleiche E-Mail-Liste wie alle anderen auch. So hat das klassische Marketing nun mal über Jahre funktioniert.

Beim Growth Hacking wollen wir aber genau diesen einen Traction-Channel herausfinden, der die Growth-Nadel wirklich bewegt. Um diesen zu finden, muss man leider viel ausprobieren und lernen, aber sobald man ihn gefunden hat, müssen die vorhandenen Marketing-Ressourcen und Budgets auf genau diesen Channel gesetzt werden.

Beispiel Google Adwords

Nehmen wir das Beispiel Google Adwords. Solange das eine Keyword-Set, welches eine möglichst große Anzahl der richtigen User zu den richtigen Kosten auf die Landingpage spült, nicht gefunden ist, gilt der Adwords-Kanal nicht als Growth Hack. Zu teuer, zu wenige User. Findet man allerdings das richtige Keyword, welches im Optimalfall auch noch ein ordentliches Suchvolumen in Google aufweisen kann, so kann man das Adwords-Budget komplett auf dieses Keyword-Set setzen, um wirklich 100% der User zu erhalten. SEO-Maßnahmen für dieses Keyword werden natürlich umgehend folgen, um die Kosten weiter reduzieren zu können.

Das Finden und Auswringen dieses einen Channels ist die große Herausforderung des Growth Hackers und bereitet ihm schlaflose Nächte. Das Bulls-Eye-Framework kann ihn dabei als sehr einfache Projektmanagement-Methodik unterstützen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

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